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Duo Marathon Mannheim

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19.05.2007: Duo-Marathon Mannheim

Nach einigen längeren Einheiten zur Vorbereitung und mit Blick darauf im Herbst den Frankfurt Marathon zu laufen, wollte ich in Mannheim erstmals Marathonluft schnuppern. Mein Vater und ich gingen im Duo Marathon an den Start, dabei wird die Marathondistanz auf zwei Läufer aufgeteilt, sodaß jeder einen Halbmarathon zu bewältigen hat. Da man als Team natürlich auch einen Namen braucht, starteten wir als die "Benji Boys", in Gedenken an unseren verstorbenen Hund, der in seinem Leben mit meinem Vater locker einmal um die Erde gelaufen ist.

Wir entschieden uns dafür, dass ich die erste und mein Vater die zweite Hälfte laufen sollte. Nachdem uns meine Mutter, danke nochmal :-), nach Mannheim gefahren hatte, gestaltete sich die Abholung der Startunterlagen, das Abstellen der Taschen und der Einlass zum Start schwierig, da man vom Wasserturm aus nur die Möglichkeit hatte durch eine Unterführung und ein Parkhaus zu Start, Toiletten etc. zu gelangen, welche von Inlinenskatern verstopft war, die noch in letzter Minute panisch einen Weg zum Start suchten. Um 18:15 - nach den Handbikern und Inlinern war es dann soweit. Nach einem kleinen Countdown von 5 ging es auf die Strecke.

Die Zuschauer standen in Dreierreihen an der Strecke und feuerten die Läufer an als würde es sich um einen Sprint handeln. Ich hatte mir eine Zeit um die 1:40 vorgenommen, was einem Kilomersplit von 4:44 entspricht. Nach einem lockeren ersten Kilometer, trotz Startgedrängel in 4:34 dachte ich das sei kein Problem. Langsam entfernten wir uns vom Wasserturm, die Zuschauer wurden weniger und nach 5km liefen wir auf einer Landstraße umgeben von Wiesen und Feldern.

Die vielen vereinzelten Stimmungsnester in den Nachbarorten sorgten allerdings weiter für die nötige Motivation. Langsam begann mir die schwüle Luft in den Kopf zu steigen, um so ärgerlicher, dass ich bei der ersten Getränkestation leer ausging. Ich bekam lediglich ein paar Tropfen aus dem "Schwammeimer" - leider Schwamm vergessen. Im weiteren Verlauf klappte dies aber besser, da sich das Läuferfeld weit auseinander zog. Es kamen schon die 10km in Sichtweite, verdutzt schaute ich auf meine Uhr - 47:23- bei einer Bestzeit von 43:20 - vielleicht etwas zu schnell? Ach, was! Ich lief immer noch locker und die Beine fühlten sich an wie auf meiner Trainingsrund. Die Kilometer lief ich noch knapp unter 5min und endlich ging es auch wieder zurück Richtung Stadtzentrum.

In meiner Vorbereitung waren die längsten Läufe 15km lang gewesen und genau ab diesem Punkt merkte ich das es mir noch gewaltig an Tempohärte fehlt. Die KIlometer pendelten sich jetzt über 5min ein, ich passierte die 15km in 1:12 und schloss damit mit einer Zeit um 1:40 ab. Endlich waren sie wieder da, die Zuschauermassen vom Start und ich fühlte mich wieder besser, aber plötzlich bei km17. Niemand mehr da! Also wirklich keine einziger Zuschauer. Warum?

Die Streckenführung ging zweimal über den Rhein, dies jeweils über die Kurt-Schumacher Brücke, das hieß erstmal die Autobahnauffahrt hoch. So langsam fühlte ich mich noch nie, ich klebte förmlich an der Straße und wurde sofort von Dutzenden Marathonis, die ja das doppelte laufen mussten überholt. Auf der Brücke kam wenigstens mal die Sonne raus, doch langsam begannen meine Beine zu schmerzen. Nach 2 ewigen km auf dieser Brücke hatte ich das Gefühl das ich meine Arme nicht mehr spürte, was daran lag, dass mein gesamtes Blut in die Beine abgesackt war. Ein Wendepunkt und der bergab Lauf von der Brücke ließen meine Waden zu Stein werden und ich musste jede Sekunde mit einem Krampf rechnen.

Noch 2km! -das schaffe ich- aber wie? Gehend, gebückt und von Krämpfen geplagt, oder etwas langsamer dafür strahlend und erhobenen Hauptes. Ich entschied mich für das letztere und versuchte betont "wadenschonend" zu laufen. Das mich weiterhin ein Marathoni nach dem anderen überholte übersah ich wohlwollend. Ich kam mit einem Lächeln ohne Atemnot und noch aufrecht laufend in genau 1:47:00 in die Wechselzone. Durch eine Gasse wartender Duo-Marathon Läufer laufend suchte ich meinen Vater. Als ich ihn sah bückte ich mich in Zeitlupe nach unten zu meinem Fußgelenk, wo der ChampionChip befestigt war und übergab den "Staffelstab". Eine Umarmung, viel Glück und mein Vater entschwand in die Mannheimer Dämmerung.

Nach einer Stärkung am Getränkestand wartete schon meine Mutter auf mich. Nachdem ich kurz meine Beine hochgelegt hatte fuhren wir Richtung Ziel. Dort erwartete uns ein riesen Spektakel. Eingetaucht in ein buntes Lichtermeer vor dem Wasserturm, beobachteten wir die Läufer die es noch unter den magischen 3Stunden schafften und die vielen Staffeln, die zu zweit oder zu viert ins Ziel kamen. Nachdem wir etwas gewartet  hatten, machte ich mich wieder auf zur Strecke um meinen Vater abzupassen.

Schließlich liefen wir gemeinsam mit einer Gesamtzeit von knapp 3:47 über die Ziellinie. Bis zum Frankfurt Marathon muss ich unbedingt noch an meiner Ausdauer arbeiten um überhaupt eine Chance zu haben das Ziel zu sehen.

 

 -Felix-

 

 

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