In der Nacht auf Samstag hatte es geschneit. Da ich vor hatte mit dem Rennrad, leicht profiliert, den Cross Duathlon in Angriff zu nehmen, hätte ich bei erneutem Schneefall doch wieder mein altes MTB aus dem Keller holen müssen. So schaute ich am Sonntagmorgen gespannt aus dem Fenster, ob es doch mit dem Rennrad gehen würde. Es ging, doch -7°C am Morgen machten es nicht gerade angenehm aus dem Haus zu gehen. Sogar das Schloß vom Kofferraum war zugefroren und so musste ich das Rad durch die Beifahrertür ins Auto wuchten. Um 9Uhr kam ich dann noch einigermaßen pünktlich in Dudenhofen an.
Vor dem Start drehte ich noch eine Runde auf der Radstrecke, um auszuprobieren wieviel Risko man dort in den Kurven eingehen konnte. Die Helfer waren dort fleißig am Salz streuen und so war nur auf den Schotterwegen im Wald Vorsicht geboten.
Nach drei, vier Stadionrunden zum Warmlaufen ging es dann um 10Uhr auch schon auf die ersten 3km. Ich startete in der 4-5 Reihe, überholte ein paar Läufer und konnte ein konstantes Tempo durchlaufen. Zum ersten Mal überhaupt überrundete ich sogar Läufer, die sich noch in der ersten Laufrunde befanden. Nach 11:58min war ich an meinem Rad, Helm auf und ab auf die Strecke. Die Radstrecke ist ein 6km Rundkurs der dreimal zu durchfahren ist und führt über die B45, dann an der Gänsbrüh vorbei, am Opel-Testzentum entlang und wieder raus aufs Feld zurück zur Autobahnbrücke.
In der ersten Runde übertrieb ich es nicht wie in den vergangenen Jahren und überholte trotzdem ein paar Fahrer. Ich konnte gemeinsam mit einem anderen zu einer vierköpfigen Gruppe aufschließen, die bis auf einen allesamt mit Rennrad unterwegs waren. Die abschließende Autobahnbrücke ist zwar nicht sehr lang, aber jeder versucht dort als erstes oben zu sein, um in der folgenden Abfahrt und dem Wendepunkt möglichst freie Räder zu haben und so wurde hier munter attackiert.

Trotzdem blieb die Gruppe auch in der zweiten Runde eng zusammen und da Windschattenfahren erlaubt war, konnte ich mich ab und an auch mal etwas "ausruhen". Ausgerechnet der MTB Fahrer stürzte in einer engen Linkskurve, konnte später aber wieder zurückkommen.
Schon begannen die ersten Überrundungen, was ständiges Spurenwechseln bedeutete.Trotz meinem mit Schnee zugesetzten Profil, hatte ich bis auf ein paar kleine Rutscher keine Probleme und kam ohne Sturz durch. Leider war dies an diesem Tage nicht allen Teilnehmern vergönnt. Einmal musste der Krankenwagen ausrücken und ich selbst bekam einen "Massensturz" von fünf Fahrern nur 100m vor mir mit, von denen sich aber keiner verletzte. Auch sah man zwei, drei Fahrer die wegen Defekt am Rad selbiges in Richtung Wechselzone schoben.
Die letzte Radrunde wurde nochmals schneller gefahren, auf einem geraden Asphaltstück zeigte mein Tacho 42km/h an und ich wusste das heute eine sehr schnelle Zeit drin war. Im Schnitt war ich die 18km mit knapp 32km/h unterwegs, was hier ohne Rennrad nicht möglich gewesen wäre. Ein letztes Mal ging es über die Brücke und ich schob mein Rad mit dicken Beinen in die Wechselzone.
Ich kam mir zunächst richtig langsam vor, was an der Gewöhnung des Auges an die Geschwindigkeit beim Radfahren liegt, doch so langsam war es dann garnicht. Die Gruppe riss sehr schnell auseinander. Zwei überholten mich in einem irrwitzigen Tempo, sodaß ich erst garnicht versuchte an ihnen dran zu bleiben. Einen konnte ich noch überholen und der Rest blieb hinter mir.
In der zweiten Laufrunde kamen dann noch andere Läufer dazu und ich verlor etwas die Übersicht wer mein nächstes Ziel sein sollte. Als es dann wieder Richtung Stadion ging, war diese Frage wieder klar und ich konnte mir noch einen Läufer schnappen. Auch ein kleiner Sprint im Stadion war noch möglich und ich sah zum ersten Mal meinen Vater, der mich beim Radfahren nicht erkannte, weil ich so dick eingepackt war.
In 1:02:20h und neuer persönlicher Streckenbestzeit kam ich ins Ziel und schnell ging es Richtung der warmen Teeausgabe. Mein Vater schätze das ich so ca. 70 geworden sein müsste. Wie sich später herausstellte wurde ich 34. und zu meiner Überraschung damit auch 3ter in der AK25. Nach einem kleinen Snack in der Halle ging es dann wieder nach Hause.
Ein rundum gelungener erster Wettkampf in 2009, was mich zuversichtlich für die nächsten Rennen macht.

- Felix -










